Wir nehmen das auf, wofür wir bereit sind

Kennst Du das: Beim zweiten Lesen eines Buches fallen Dir Inhalte auf, die Dir beim ersten Mal scheinbar nicht da waren?

Eine neue Perspektive

Wenn Dir das schon einmal passiert ist, hattest Du beim zweiten Mal vermutlich eine andere Perspektive. Wir nehmen typischerweise nur Informationen auf, die uns wichtig erscheinen oder die mit dem in Resonanz treten, was wir schon glauben oder wissen – bildlich gesprochen: an vorhandenes Wissen andocken können.

Wenn Du dann etwas Neues über ein Thema lernst oder sich Dein Interesse etwas verschiebt, siehst Du „alte“ Informationen in einem neuen Licht. Dadurch hast Du das Gefühl, beim ersten Mal etwas übersehen zu haben. Das gelesene Buch zum Beispiel hat sich jedoch nicht verändert, sondern Du selbst.

Führt Wiederholung zu Perfektion?

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Du jetzt alles zwei- oder dreimal machen sollst. Besonders bei Büchern ist es wichtig, die Grundidee zu verstehen und umzusetzen. Dies ist viel effektiver, als auch noch die letzte Information aufnehmen zu wollen.

Lange Zeit habe ich viele Bücher aufgehoben, um sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu lesen. Irgendwann jedoch entschied ich für mich dafür, dass Weiterentwicklung das ist, was mich voranbringt und begann, viele Bücher zu verkaufen oder zu verschenken. Diese Entscheidung hat sich nicht nur auf meinen Geldbeutel positiv ausgewirkt. Ich hatte auch Platz für Neues. Anstatt alte Bücher ein zweites Mal zu lesen, um auch das letzte Detail zu verstehen, lese ich jetzt lieber ein anderes Buch mit vollkommen neuen Informationen.

Das Gesetz der Anziehung besagt, dass neues Wissen zu denjenigen kommt, die dafür auch Kapazität haben. Versteife Dich also nicht auf die 20%, die Du noch nicht verstehst, sondern konzentriere Dich stattdessen auf die Fülle an Wissen, die Dir noch absolut neu sind. Perfektion zu erreichen erfordert sehr viel Training (eine Daumenregel besagt 10.000 Stunden). Du solltest Dir deshalb hinreichend sicher sein, dass Du am richtigen Thema arbeitest.

Du nimmst mehr auf, als Du denkst

Vielleicht entspringt dieses Streben nach Perfektion auch Unsicherheit oder niedrigem Selbstbewusstsein. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich meinen Schnelllesefähigkeiten nicht vertraut und konnte nicht glauben, wie gut ich die gelesenen Informationen später wieder aufrufen kann. Mittlerweile habe ich erkannt, dass ich immer die Informationen aufnehme, die für mein Vorankommen wichtig sind.

Alles im Leben hat seinen Sinn. Jedes Buch, Seminar oder Bekanntschaft hat einen bestimmten Zweck. Versuche nicht, etwas zu erzwingen. Du nimmst nämlich mehr auf, als Du denkst und die richtigen Informationen werden Dich im richtigen Moment erreichen.

Alles auf einmal

Dieses Phänomen wird heutzutage oft als „FOMO“ bezeichnet. Dies ist die Abkürzung für „fear of missing out“ und bedeutet übersetzt „Die Angst, etwas zu verpassen“. Ungern schließen wir eine Tür, von der wir glauben, noch etwas „rausholen“ oder erfahren zu können. Es ist jedoch meist zielführender, weiter zu gehen und durch eine vollkommen neue Tür zu schreiten. Und häufig benötigt dies etwas Überwindung.

Was bist Du bereit zu hören?

Gibt es in Deinem Leben vielleicht einen Bereich, in dem Du noch sicherer werden und mehr Selbstvertrauen haben möchtest? Wartest Du auf etwas oder glaubst, nicht bereit zu sein?
Auch wenn Du noch nicht alles über eine Situation weißt, kann es Dich bremsen auf weitere Informationen zu warten und so Deine persönliche Entwicklung verlangsamen.
Sieh Dir die Situation an und akzeptiere, wo Du jetzt gerade stehst. Kontinuierliche kleine Schritte bringen Dich letztendlich weiter, als gelegentliche weite Sprünge.

Zu diesem Thema kann ich Dir das Buch „What got you here, won’t get you there” von Marshall Goldsmith empfehlen, von dem ich sehr viel lernen konnte.

Wenn Du Anregungen oder Kommentare zu diesem Thema hast, dann schreibe mir gern eine E-Mail.
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