Was ist Mentoring?

In diesem Artikel werde ich erklären, was Mentoring für mich bedeutet, wie ich es nutze und welche Vorteile ich daraus ziehe.

Die Qualität unseres Lebens wird bestimmt durch die Qualität unserer Fragen.

— Dr. John Demartini

Für mich ist ein Mentor jemand, der mich auf dem Weg zu meinen Zielen und Träumen unterstützt. Er hat bereits etwas erreicht, das ich mir selbst vorgenommen habe oder kann mir Antworten auf meine Fragen liefern. Und er kann mir helfen, dieses Wissen für mich anzuwenden.

Wie finde ich Mentoren?

Meine ersten Mentoren waren die Menschen in meinem Leben und meinem Umfeld, wie Eltern, Großeltern, Freunde, Kollegen.

Irgendwann habe ich begonnen Fragen zu stellen, die mir meine Mentoren nicht mehr beantworten konnten. Dies begann mit beruflichen Themen wie Systems Engineering und finanzieller Vorsorge durch Aktien und Fonds oder wie ich große Ziele erreiche.

Ich fand neue Mentoren wie Napoleon Hill, John Strelecky, Stephen R. Covey, Tim Ferris, Simon Sinek und Warren Buffett indem ich ihre Bücher las.

Wie Du siehst ist für mich der direkte Kontakt mit einem Mentor keine notwendige Voraussetzung. Ich denke, es ist nicht einmal notwendig, dass ich durch einen Mentor etwas Neues lerne. Wichtig ist, dass ich dieses Wissen anwende (engl.: transform common knowledge into common practice).

Einige der Bücher, die ich als Einstieg in das Thema Selbstführung und Lebensgestaltung sehr wertvoll finde, habe ich in meiner Bücherliste verlinkt.

Wissen anwenden

In der Vergangenheit habe ich es mir oft schwer gemacht, mein vorhandenes Wissen in konkrete Handlungen umzusetzen.

Ich verdeutliche das an einem Beispiel: Ich stellte mir die Frage, welcher nächste Schritt mich einem bestimmten Ziel näher bringt. Ich wollte in Aktien investieren. Also waren die ersten Schritte, dass ich ein Depot eröffne und mir eine Aktie oder ein Fond aussuche und kaufe.

Wenn ich mir diese Aufgaben selbst gebe und es auch niemanden mitteile, dann fällt es mir leicht, die Erledigung aufzuschieben. Vielleicht habe ich in der ersten Woche viel um die Ohren und brauche die Zeit am Abend zur Entspannung. Oder im Ort ist gerade Volksfest und ich will meine Freunde treffen. Vielleicht habe ich auch Angst, einen Fehler zu machen. Was ist, wenn ich nicht das optimale Depot auswähle oder der Kurs meiner Aktie fällt, sobald ich sie gekauft habe?

Meine Unsicherheit führt also dazu, dass ich weitere Bücher oder Blogs lese und Podcasts höre. Leider unterscheiden sich die Informationen dann wieder in Nuancen, der eine Blog empfiehlt mir Bank A, der andere Blog Bank B. Und dasselbe gilt für Aktien oder ETFs. Was soll ich also tun? Ganz klar, ich brauche noch mehr Wissen. Leider führt dieses Verhalten dazu, dass ich mein vorhandenes Wissen nicht anwende. Ich brauche also eine andere Lösung.

Menschen „kaufen“ von Menschen

Wie hilft mir jetzt ein Mentor an dieser Stelle weiter?

Eingangs schrieb ich bereits, dass ein Mentor in meiner Vorstellung bereits etwas erreicht oder umgesetzt hat, dass ich auch erreichen will. Ich benötige außerdem noch das Vertrauen in diesen Menschen, dass er in meinem besten Interesse handelt und nicht nur in seinem.

Ich will also ein Depot eröffnen und weiß nicht so richtig welches. Ein Mentor, der schon länger in Aktien, ETFs oder Finanzprodukte investiert, wird mir also konkrete Fragen stellen können, die mir helfen, die richtige Entscheidung für mich zu treffen: Also, will ich lieber per Sparplan kaufen oder selbstbestimmt zu freigewählten Zeitpunkten. Denn typischerweise unterscheiden sich hier die Kosten. Auch die Frage, ob ich eher in deutsche, europäische oder amerikanische Aktien investieren will. Und er könnte mich ermutigen, einfach mehrere Depots zu führen, solange keine Depotkosten entstehen.

Vielleicht lässt es sich am besten mit einem unbeleuchteten Weg vergleichen. Ich bin diesen Weg noch nie gelaufen und taste mich langsam vorwärts. Jedes Schlagloch und jeden Stein prüfe ich eingehend, ob nicht vielleicht ein tiefer Abgrund oder unebenes Gelände dahinter liegt.

Ein Mentor ist diesen Weg bereits mehrfach gegangen. Er kennt die schnellste Verbindung und er nimmt mich an die Hand und führt mich zum Ziel. Und er sorgt zusätzlich dafür, dass ich das nächste Mal wiederum jemanden führen könnte, dem es genauso geht, wie mir jetzt in diesem Moment.

Ich verwende gern den Spruch eines befreundeten Architekten, wonach er erst sein drittes Haus für sich selbst entwirft und das zweite für einen Freund. Bei einem Mentor würde ich also schauen, wie sein eigenes Haus aussieht und wenn es mir zusagt, dann bitte ich ihn um Hilfe bei meinem eigenen.

Verbindlichkeit

Die direkte Mentoring Beziehung zwischen Mentor und Mentee hat für mich noch einen weiteren Vorteil, der bei Büchern und Podcast sehr von meiner eigenen Disziplin abhängt, nämlich Verbindlichkeit.

In dem vorangegangenen Beispiel habe ich bereits Situationen beschrieben, durch die ich mich im Laufe des Tages gern vom Erledigen meiner eigenen Ziele abhalten lasse.

Habe ich einen Mentor, dann sieht das etwas anders aus, denn ich habe ihm zugesichert, dass ich bis zum nächsten Gespräch diese Aufgaben erledige. Und er nimmt sich die Zeit extra für mich. Ich will also diesem Vertrauen entsprechen.

Ich möchte nicht in zwei Wochen sagen müssen, dass ich die Aufgaben nicht erledigt habe. Und dies führt dazu, dass ich mir irgendwann dafür die Zeit nehme. Je nachdem wie gut ich organisiert bin, entweder gleich zu Beginn oder kurz vor Schluss.

In der Vergangenheit habe ich häufiger mehr Wissen gesammelt als mein vorhandenes Wissen in Handlung umzusetzen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass meine Situation doch etwas anders ist und ich noch mehr Wissen benötige um selbst die Lösung zu finden, die für meine Lage passt.

Heute bin ich davon überzeugt, dass ich einfach Angst davor hatte, Fehler zu machen. Oder wollte mein Ego einfach nicht, dass die Lösung so einfach ist, weil ich schon so lange mit dem Problem beschäftigt war? Vielleicht war ich auch zu ungeduldig und habe aufgehört, kurz bevor die Ergebnisse sichtbar wurden. Egal was es war, letztendlich war die Lösung tatsächlich einfacher, je häufiger ich dieser Erkenntnis nachgab, desto leichter wurde es auch für mich.

Fazit

Ein Mentor bietet Abkürzungen durch Wissen und Erfahrungen aus der praktischen Anwendung, die Du nutzen kannst. Ich selbst kenne das fantastische Gefühl, selbst etwas herausgefunden zu haben. Nur, meine Zeit auf diesem Planeten ist einigermaßen beschränkt und ich finde es mittlerweile nicht mehr effektiv, etwas zu bearbeiten, was andere Menschen schon vor mir gelöst haben. Vielmehr kann ich die gewonnene Zeit nutzen, um die Ideen weiterzuentwickeln oder sie wiederum Menschen zu vermitteln, die bisher nicht wussten, dass es bereits Antworten auf ihre Fragen gibt.

Welche Menschen in Deinem Leben können Dir die Fragen beantworten, die Dich Deinen Zielen näher bringen?

Und wenn Du Fragen an mich hast, dann schreibe mir gern eine E-Mail.