Warum ich?

In diesem Artikel gehe ich darauf ein, wie wir durch die Wahrnehmung unserer Umwelt unsere Realität beeinflussen (können) und weshalb die Frage „Warum ich?“ uns dabei nicht hilft.

Ich ertappe mich selbst immer mal wieder dabei, wie ich mich über Dinge in meinem Alltag beschwere, die ich allerdings nicht beeinflussen kann.

Ein einfaches Beispiel ist hier der Stau auf dem Weg zur Arbeit, der verpasste Anschlusszug oder ein ausgefallener Flug. Die Frage, warum das gerade mir passiert und meistens auch noch dann, wenn ich es ohnehin eilig habe und vielleicht schon etwas spät dran bin, liegt auf der Hand.

Warum ich?

Typischerweise hat jeder von uns schon diese Situationen erlebt und sich darüber geärgert. Ich erfahre also Zuspruch, wenn ich anderen Menschen davon berichte und Bestätigung, z.B. darüber, wie ungerecht die Welt doch ist.

Diese Bestätigung kann sich gut anfühlen und ein verbindendes Element der Gemeinschaft mit meinem Gegenüber schaffen.

Wie geht es weiter?

Ich habe diese recht ärgerliche Erfahrung am Ende doch noch mit etwas Positivem verknüpfen können. Unterbewusst beginne ich jetzt, Situationen, die mich ärgern, stärker wahrzunehmen, denn ich kann sie dazu nutzen, Zuspruch von anderen Menschen in meinem Umfeld zu erhalten.

Und das wird dazu führen, dass ich noch mehr vergleichbare Situationen wahrnehme oder vielleicht sogar meine Bewertung anpasse. Also mich über Ereignisse zu ärgern, die ich neutral oder sogar erfreulich wahrgenommen habe.

Gute Idee?

Aus meiner Sicht eher nicht. Vor allem nicht auf dem Weg zu einem glücklichen und selbstbestimmten Leben. Und ich würde auch niemand in meiner Nähe haben wollen, der immer nur das Haar in der Suppe findet.

Was wäre die bessere Idee?

Wichtig sind nicht die Ereignisse, sondern wie wir darauf reagieren. Tatsächlich kann ich einem Stau mittlerweile positives abgewinnen.

Das beginnt damit, dass ich immer genügend Puffer einplane und damit selbst unvorhergesehene Ereignisse meine Pünktlichkeit kaum beeinflussen. Außerdem höre ich im Auto Hörbücher oder Podcasts und meine Liste ist noch sehr lang. Mehr Zeit im Auto bedeutet also auch, dass ich mir mehr neues Wissen aneignen kann und darüber freue ich mich.

Fake it until you make it

Letztendlich hat es auf den Stau auch keinen Einfluss, ob ich mich ärgere oder fröhlich bin. Ich kann mich also auch direkt entscheiden, fröhlich zu sein und diesen Gemütszustand vom Stau nicht beeinflussen zu lassen. Nicht fröhlich zu sein, weil ich im Stau stehe, jedoch fröhlich zu sein, obwohl ich im Stau stehe.

Veränderung?

Ähnlich wie die Kaskade mit negativen Ereignissen, führt die positive Einstellung bei mir dazu, dass ich immer mehr Dinge um mich herum wahrnehme, an denen ich mich erfreuen kann. Beispielsweise wenn mich im Supermarkt jemand vorlässt, wenn ich morgens in einen herrlichen Sonnenaufgang fahre oder wenn meine Tochter mich anlächelt.

Fazit

In welchen Situationen hast Du Dich bisher geärgert und gefragt, warum das ausgerechnet Dir widerfahren ist? Siehst Du Möglichkeiten, diese Situationen positiv zu nutzen? Und falls nicht, probiere doch einfach mal trotzdem fröhlich zu bleiben, vielleicht mit guter Musik.

Wenn Du Anregungen und Kommentare oder Fragen zu diesem Thema hast, dann schicke mir doch gern eine Email.