Regelmäßig Tagebuch schreiben

Tagebuch schreiben wird in den meisten Artikeln über erfolgreiche Menschen als wichtige Gewohnheit für Wirksamkeit und Erfolg genannt. Regelmäßig Tagebuch schreiben kann jedoch eine Herausforderung sein. Vor allem deshalb gibt es dutzende Apps, Artikel, Podcast und Seminare, die Dich dabei unterstützen wollen.

Warum Tagebuch schreiben?

Als ich anfing Tagebuch zu schreiben, habe ich das erste Mal richtig in den Rückspiegel geschaut. Ich beschäftigte mich damit, was ich in den vergangenen Monaten und Jahren alles erlebt, gelernt und erreicht habe. Vorher bestand meine Planung, sofern ich eine hatte, immer aus den Dingen, die noch vor mir lagen. Oft fühlte ich mich damit sehr rastlos. Das nächste Ziel vor Augen kam ein Innehalten und ein „mich an Erreichtem erfreuen“ nie infrage. Es wartete auf mich immer das nächste Buch, noch ein Podcast und weiteres Wissen. Der Tag hatte einfach zu wenig Stunden.

Seither dient mein Tagebuch dazu

  • Erreichtes zu dokumentieren: Ich bin immer wieder überrascht, dass Erfolge, Ideen, Gedanken meist noch nicht einmal ein Jahr zurückliegen, obwohl es mir so vorkommt, dass sie schon ewig hinter mir liegen.
  • erinnerungswürdige Momente aufzuschreiben: Gerade Urlaube, schöne Ausflüge, gutes Essen, ein beeindruckender Sonnenaufgang und fantastische Panoramen bleiben mir so viel lebendiger im Gedächtnis.
  • ehrliches Feedback zu bekommen: Manchmal ärgere ich mich über mich selbst und brauche einen Raum für Frust, Ärger oder Wut. Aufgeschrieben verlieren die Gefühle ihre Intensität und ich kann mich wieder fokussieren.

Seit meinem ersten Tagebucheintrag habe ich viele verschiedene Methoden ausprobiert. Morgens schreiben, abends schreiben, mit einem einfachen Notizbuch und ohne Struktur, verschiedene Apps und auch Vorlagen aus Blogs oder Büchern. Über kurz oder lang habe ich irgendwann nicht mehr weitergeschrieben. Manchmal schon nach wenigen Tagen, meistens nach einigen Monaten. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, zu wenig geschrieben zu haben und der Gedanken ans Tagebuch schreiben fühlte sich irgendwann nicht mehr gut an.

Das 5-Jahres Tagebuch

Mittlerweile schreibe ich wieder regelmäßig Tagebuch und ich führe das auf das 5 Jahrestagebuch zurück. Gute Freunde machten mich darauf aufmerksam.

Die Idee dahinter ist eigentlich so einfach wie genial. Das Buch hat 365 Seiten, für jeden Tag im Jahr eine. Jede Seite unterteilt sich in 5 Abschnitte, ein Abschnitt pro Jahr. Du fängst also heute mit dem ersten Eintrag beim 21. Februar an. In genau einem Jahr schreibst Du dann den zweiten Eintrag auf der Seite des 21. Februars und Du liest automatisch den Eintrag vom Jahr davor.

Außerdem finde ich es sehr charmant, dass mir pro Tag nur 4 Zeilen zur Verfügung stehen. Ich bin also gezwungen, mich auf wesentliche Dinge zu beschränken. Letzte Woche habe ich mir beispielsweise Visitenkarten bestellt, die am Samstag in der Post lagen. Ich habe meinen ersten Artikel bei LinkedIn gepostet und bereits 6 Likes bekommen. Ich habe eine Schablone mit Anleitung zur Unterstützung Deiner Lebensplanung erstellt, die ich gerade mit einigen Lesern ausprobiere und demnächst über den Newsletter verteilen werde.

Zu Beginn haben meine ersten Tagebucheinträge ins 5 Jahrestagebuch etwa 10 Minuten in Anspruch genommen. Heute merke ich mir bereits über den Tag verteilt, was ich am Abend aufschreiben werde und brauche nur noch 2-3 Minuten.

Das erste Jahr habe ich noch nicht geschafft, ich freue mich allerdings bereits heute darauf, wenn ich den ersten Eintrag von „vor einem Jahr“ lesen werde.

Probiere es selbst aus

Bevor ich das 5 Jahrestagebuch in die Hände bekam, war ich immer hin und her gerissen, weil ich Tagebuch schreiben wollte und viele Formate für mich nicht funktionierten. Trotzdem wollte ich auf die positiven Effekte des Tagebuchschreibens nicht verzichten.

  • Ich war/bin fokussierter und erledigte (gefühlt) mehr. Mir gefällt hier der Vergleich mit dem Schneeball, der den Hang hinunterrollt und dabei immer schneller wird. Das Momentum hilft mir.
  • Ich war/bin zufriedener und glücklicher. Mir gelingt es viel aufmerksamer zu sein und damit viele schöne Moment, interessante Gespräche und neue Ideen über den Tag zu bemerken und mich daran zu erfreuen.
  • Ich war/bin ausgeglichener und weniger gestresst. Ich nehme den Fortschritt auf dem Weg zu meinen Zielen viel einfacher wahr. Sogar an Tagen an denen ich selbst mal die Füße hoch lege oder im Urlaub bin, kann ich Menschen mit diesem Blog erreichen.

Wenn Du schon länger überlegst, ob Du mit dem Tagebuch schreiben anfängst oder einfach nach neuen Anregungen suchst, dann probiere es doch einfach mal aus. Ich habe bereits positive Rückmeldungen erhalten und hoffe, dass der Artikel Dich motiviert, es selbst mal zu probieren.

Ich freue mich sehr darüber, wenn Du mir Deine Tagebuch Erfahrungen schreibst (Link), sowie über Anregungen zum Artikel oder Themenvorschläge für weitere Artikel.