• Handeln statt gute Vorsätze

    Der Jahreswechsel steht vor der Tür und mit ihm kommen im neuen Jahr erfahrungsgemäß viele gute Vorsätze: ich will mehr Sport treiben, mich gesünder ernähren, endlich mal den Keller aufräumen, die Garage entrümpeln oder endlich mal fürs Alter vorsorgen. Wie schaffe ich es nun ins Handeln zu kommen und nicht bereits nach 2 Wochen diese Ziele wieder zu beerdigen?

    Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast.

    — Tony Robbins

    Dir steht bereits alles zur Verfügung

    Nimm Dir eine Aufgabe, die Du schon länger erledigen willst. Ich nutze beispielsweise die erste Woche im Januar, um bei mir aufzuräumen. Du wirst vermutlich wissen, dass das Gehirn sich Prozesse nur sehr schwer konkret vorstellen kann. Der Vorgang „Aufräumen“ wird sich wie ein großer Berg vor Dir aufbauen und vermutlich Dinge beinhalten, die Dir beim Aufräumen nie in den Sinn gekommen wären. Vielleicht gleich noch die Fliesen im Bad richten, ein neues Regal bauen, das Auto putzen usw. Und Schwupp erscheint die Aufgabe so riesig, dass es vielleicht doch besser wäre, erst nächstes Wochenende damit zu beginnen? Woher soll die Zeit dafür kommen?

    Nein. Versuche doch einfach mal, kleinere Etappen zu planen und Dir konkrete Ergebnisse vorzustellen. Also erst einmal alle nicht passende T-Shirts sind aussortiert, am besten nach „will ich wieder reinpassen“ oder „geht in die Kleiderspende“. Hier findest Du vielleicht auch gleich die Motivation im Anschluss noch joggen zu gehen, wenn Du ansonsten richtig cooles Zeug aussortieren müsstest.

    Bei der Steuererklärung läuft es bei mir ähnlich. Ich sammle über das Jahr alle Rechnungen in einem Pappkarton. In der ersten Januarwoche schaue ich dann die Rechnungen durch und sortiere nach Steuer, Garantie oder Müll. Für die Garantiebelege nehme ich eine Klarsichthülle, schreibe das Jahr drauf und hefte sie ab. Gleichzeitig entsorge ich typischerweise die Garantiebelege, die älter als 3 Jahre sind, nur in Einzelfällen hebe ich sie auch länger auf.

    Die Steuerbelege sortiere ich nach Weiterbildung/Werbungskosten, Einkommen aus Zinsen/Dividenden, Gesundheitsausgaben, Aufwendungen für Handwerker, Versicherungen usw. Dann brauche ich das nur noch ins Steuerprogramm eingeben und fertig. Hin und wieder arbeitete ich mich mal in neue Themen ein, die dann vielleicht mal ein Wochenende in Anspruch nehmen.

    Vermeide Ablenkung

    Wir leben in einer Welt mit Überfluss an Informationen. Du brauchst nur mal nach „what happens online in 60 seconds“ suchen, wenn Du min. 3 Minuten freie Zeit hast. Ich fand es früher schwer, einfach mal anzufangen anstatt weiter darüber zu lesen. Und selbst heute ertappe ich mich immer mal wieder, dass ich eher schon den nächsten Artikel lese oder zum nächsten Buch greife, anstatt das gerade erlangte Wissen anzuwenden.

    Dir wird es vielleicht ähnlich gehen. Du hast meinen Blog gefunden, weil Du Dich weiterentwickeln, Deine Ziele erreichen und Dein Leben selbst gestalten willst. Am Ende wird über Deinen Erfolg entscheiden, ob Du die ersten Schritte unternimmst oder Dir den nächsten Blog oder das nächste Buch vornimmst. Ich hoffe auf ersteres. Es lohnt sich.

    Das habe ich gelernt, als ich selbst mit Investieren begonnen habe. Ich eignete mir Basiswissen an, eröffnete ein Depot und kaufte einfach mal für 200 Euro Indexfonds. Natürlich war mir bewusst, dass ich in 2 Jahren auf diese Entscheidung zurückblicke und vieles besser wissen würde. Vielleicht unterlaufen mir auch richtige Fehler. Nur die Alternative hätte beinhaltet, dass ich mir weiterhin Wissen aneigne, bis ich mal einen Punkt erreiche, an dem ich dann hätte starten können. Nur so einen Punkt gibt es nicht. Je mehr wir lernen, desto mehr finden wir, was wir noch nicht wissen.

    Im letzten Artikel bin ich darauf eingegangen, dass Du Deine wichtigste Ressource bist und Du daran arbeiten darfst, Dich weiterzuentwickeln. Und am meisten wirst Du lernen, wenn Du einfach mal anfängst.

    Wären meine Fonds heute nichts mehr wert, dann wäre dies mein Lehrgeld, denn noch einmal würde mir dies dann vermutlich nicht passen. In 2 oder 3 Jahren werde ich auch auf meine ersten Blogartikel zurückblicken und wissen, was ich hätte noch besser machen können. Nur, ohne den Blog zu starten, würde ich dieses Wissen niemals in dieser Form besitzen – nur theoretisch, nicht praktisch anwendbar.

    Ein motivierendes Ergebnis

    Ich habe die Erfahrung erlebt, dass viele kleine Erledigungen ein sehr positives Gefühl verursachen. Das erste große Aufräumen und Entsorgen in meinen Sachen hat bei mir so viel Energie freigesetzt, dass ich heute, 3 Jahre später, praktisch immer noch davon zehre und immer voller Euphorie ans Aufräumen gehe. Ich erwarte danach Platz für Neues zu haben. Alle Dinge, die ich mir angeeignet habe, brachten mich zu diesem Punkt im Leben. Ich brauche sie jedoch in den meisten Fällen nicht mehr, um weiterzukommen. (Leseempfehlung dazu: Marshall Goldsmith: What got you here wont get you there).

    Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr 2018

    Mit diesem Artikel verabschiede ich mich in den Weihnachtsurlaub und wünsche Dir frohe Weihnachten, erholsame und besinnliche Feiertage mit Familie und Freunden und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Der nächste Blog Post wird in 4 Wochen erscheinen und ich freue mich, wenn Du spätestens dann wieder vorbeischaust. Oder melde Dich einfach für meinen Newsletter an, den ich im neuen Jahr regelmäßig verschicke und der noch mehr wertvolle Tipps für Deine Lebensgestaltung enthalten wird.

    Nutze die Zeit, um Dir große Ziele für Dein Leben vorzunehmen und sie dann umzusetzen.

    Schicke mir gern Deine Kommentare und Anregungen per Email.

  • In Dich selbst investieren

    Das neue Jahr steht vor der Tür und damit ist jetzt der beste Zeitpunkt, Dir zu überlegen, wieviel Du 2018 in Dich selbst investieren willst.

    Vorher muss ich noch … tun

    Mir fällt es heute viel leichter, meine eigenen Ziele in den Vordergrund zu stellen. Wenn Du tiefer in das Thema Ziele einsteigen willst, dann lies doch einfach diesen Artikel.

    Warum das früher anders war, lässt sich auf vielfältige Weise begründen und Studien zu diesem Thema füllen vermutlich ganze Bücherregale. Letztendlich sind sie für mich jedoch nicht wichtig, denn die Ursache kann nur bei mir selbst liegen:

    Punkt 1: Mir fiel es schwer, zu anderen Menschen nein zu sagen. Vor allem, wenn ich stattdessen etwas für mich selbst hätte tun wollen. Zum Beispiel ein Buch lesen, statt abends mit Kollegen etwas Trinken gehen.

    Punkt 2: Ungewissheit fühlte sich nicht gut an. Wenn ich 200 Euro in eine Aktie investiere, woher weiß, ob dies langfristig eine gute Entscheidung ist? Vielleicht verliere ich das Geld und habe dann gar nichts. Dann doch lieber mit dem Geld ins Kino gehen oder schön essen.

    Punkt 3: Eine kurzfristige Belohnung begeisterte mich meist mehr als ein (vielleicht viel besseres) Ergebnis in der Zukunft. Die Couch ist viel einladender und vielleicht kommt gerade auch ein Film, den ich schon lange sehen wollte. Ich kann ja auch morgen noch Laufen gehen.

    Prokrastination (extremes Aufschieben)

    Damit mir dies bewusst wurde, brauchte ich erst einmal Zeit, mich selbst zu beobachten und zu reflektieren. Es kann sehr einfach sein, den Tag mit Beschäftigung zu füllen, morgens aufstehen, zur Arbeit gehen, abends erschöpft vor den Fernseher und dann ins Bett. So vergehen Tage, Wochen, Monate, Jahre.

    Ich hatte das Gefühl, dass das Leben auf Autopilot mit mir unterwegs war. Anstatt mein Leben zu gestalten, war ich nur Statist. Das hatte sogar Vorteile, denn ich musste mich nicht selbst dafür verantwortlich fühlen, wenn etwas nicht wie erhofft verlief. Nur wie komme ich hier heraus?

    Aller Anfang ist schwer

    Aus der Ruhe in Bewegung zu kommen erfordert ein hohes Maß an Energie. Danach schneller zu werden, ist da deutlich einfacherer. Wenn wir vorher noch in die falsche Richtung unterwegs sind, sollten wir zuerst abbremsen.

    Die ersten beiden Schritte für mich waren, zu bestimmen, wo ich eigentlich bin und wo ich hinmöchte. Dafür brauchte ich Zeit und so verkürzte ich meine Schlafenszeit, erst um 15min, dann 30min und dann 1 Stunde.

    Diese 1 Stunde am Morgen investierte ich in meine Standortbestimmung, meine Ziele, Meditation und persönliche Weiterentwicklung durch Bücher. Dabei geholfen hat mir das Buch von Hal Elrod „Miracle Morning“.

    Ich konnte immer besser entscheiden, welche Ziele ich warum erreichen wollte und welche Fähigkeiten oder Unterstützung ich dafür benötigte.

    Meine Bücherliste wuchs und so investierte ich am Anfang etwas Zeit, um meine Lesegeschwindigkeit zu erhöhen. Auch hier kann ich eine Leseempfehlung geben: Schneller lesen, besser verstehen.

    Jetzt investieren und in Zukunft ernten?

    In der Landwirtschaft nutzen wir diese Praxis schon lange erfolgreich. Ein Teil der Ernte dient als Saat im nächsten Jahr und liefert damit eine neue Ernte. Ohne diese Investition muss ich vermutlich hungern oder mir Nahrung kaufen.

    Warum also nicht heute etwas Lebenszeit in Sport investieren und damit länger von einem gesunden Körper profitieren?

    Erschwerend kommt vielleicht hinzu, dass ich die erste Zeit meist wenig Fortschritt beobachten kann. Hier hilft mir ein motivierendes Ziel, um diese Anfangsphase durchzustehen. Auch aus einem Samen wächst erst langsam eine Pflanze und später vielleicht ein kräftiger Baum.

    Und auch an dieser Stelle kann ich investieren und die Erfahrung von Menschen nutzen, die denselben Weg schon einmal beschritten haben und mir dabei helfen, weniger Fehler zu machen und schneller voran zu kommen – sei es ein Coach, ein Mentor oder eine Dienstleistung.

    Oder ich investiere meine eigene Lebenszeit und probiere es selbst aus.

    Fange heute an, in Dich zu investieren

    Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.

    — Sprichwort

    Ich hoffe, ich konnte Dich motivieren, über Deine Ziele nachzudenken und Dir zu überlegen, wie Du sie erreichen möchtest.

    Schicke mir gerne Anregungen oder Kommentare per E-Mail.

  • Große Ziele – kleine Ziele

    „Erfolgreiche Menschen setzen und erreichen Ziele“. Und wie das geht, damit beschäftigt sich Olaf Kapinski in seinem Podcast Leben-Führen.

    Der Podcast ist unkompliziert und auf den Punkt, manchmal vielleicht etwas provozierend, enthält jedoch immer wertvolle Informationen für erfolgreiche Führungskräfte und solche, die es werden wollen.

    In Folge 166 ruft Olaf zur Blogparade zum Thema „kleine und Große Ziele“, an der ich mich sehr gerne mit meinen Gedanken beteilige.

    Große Ziele?

    Most people overestimate what they can do in a year and underestimate what they can do in two or three decades.

    — Tony Robbins

    Ich liebe große Ziele. Das Zitat von Tony Robbins erinnert mich regelmäßig daran, das Leben als lange Wanderung zu sehen und nicht als Sprint oder Marathon.

    Das hat für mich zwei Gründe. Wenn das Ziel nicht groß genug ist, dann beginne ich fast immer mit der konkreten Planung. Ich überlege mir die nächsten Schritte und habe eine ungefähre Vorstellung, wann ich das Ziel erreicht haben will. Ich fokussiere mich damit immer mehr auf den Weg und weg vom Ziel.

    Der zweite Grund ist verhältnismäßig banal. Große Ziele inspirieren und begeistern mich einfach mehr, vor allem, sobald ich sie erreicht habe. Erst gestern habe ich einen Beitrag von Harald Philipp beim E.O.F.T. gesehen, der über das Verlassen der Komfortzone sprach. Je seltener wir versuchen, die Blase auszudehnen, die unsere Komfortzone darstellt, desto kleiner erscheint sie uns mit der Zeit. Und meine Blase soll mir genug Freiheit bieten.

    Du selbst bist der Maßstab

    Die Bewertung, ob ein Ziel groß ist, kannst Du nur selbst vornehmen. Eines meiner Ziele ist ausreichend finanziellen Spielraum zu besitzen, um mich jedes Jahr mindestens 4 Monate ausschließlich meiner Familie widmen zu können inkl. Reisen.

    Für einige Menschen ist dies heute schon Realität, von einem großen Ziel kann also keine Rede sein? Nun, für mich schon. Immerhin erfordert dieses Ziel, dass ich mein Leben anders gestalte als bisher, um dort anzukommen.

    Große Ziele mögen vielleicht nach viel Aufwand klingen und viel Aufwand verschieben wir gern einmal in die Zukunft. Fang trotzdem heute an.

    Kleine Ziele? Nein danke!

    Ich habe für mich mal die These aufgestellt, dass kleine Ziele auch weniger Beachtung erhalten. Entweder weil sie uns vermeintlich einfach erscheinen oder weil sie einfach von anderen Dingen verdeckt werden.

    Nehmen wir hier einmal die Analogie zum abendlichen Sternenhimmel. Angenommen die Sterne sind kleine Ziele und der Mond ist ein großes Ziel. Es reicht einmal kurz den Blick abzuwenden. Den Mond werde ich wiederfinden, einen einzelnen Stern eher nicht.

    Ein Vorteil kleiner Ziele könnte sein, dass ich sie schneller erreiche. Und weil die Ziele kleiner sind, kann ich auch mehrere davon gleichzeitig bearbeiten. Nur, wie groß ist meine Kapazität und neige ich vielleicht dazu, mir mehr kleine Ziele zu setzen als ich gleichzeitig bearbeiten kann?

    Und wenn Tony Robbins recht hat und wir kleine Ziele auch noch überoptimistisch planen, was hat das für Auswirkungen auf unsere langfristige Motivation, wenn sich die Erfolge nicht wie erwartet einstellen?

    Große Ziele erreichen? Ja, bitte!

    Ich habe deshalb für mich beschlossen, dass ich mir lieber wenige und dafür große Ziele setze. Es ist für mich dann leichter, den Kurs auf das Ziel zu halten. Auch wenn der Weg zum Ziel vermutlich etwas länger sein wird und mir gelegentlich noch Menschen begegnen, die das Erreichen sogar als unmöglich ansehen. Zumindest früher begegneten mir diese Menschen.

    Bisher konnte ich noch jedes große Ziel früher erreichen, als ich es mir ursprünglich vorgestellt habe. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich keinen genauen Zeitplan hatte, sondern einfach kontinuierlich meinen Weg gegangen bin und Menschen kennengelernt habe, die mich unterstützen oder inspirieren.

    Und natürlich verändern sich Ziele und Prioritäten auch über die Zeit. Und mit jedem erreichten Ziel können wir uns größere Ziele setzen und unsere Erfolge feiern, ähnlich einem Muskel, der regelmäßig trainiert werden will.

    Als Inspiration empfehle ich dazu das Buch „The One Thing“ von Gary Keller. Gary spricht in dem Buch viel über die eine Sache, durch die alles andere einfacher oder überflüssig wird. Und die deshalb auch meine höchste Priorität genießen sollte.

    Mein Fazit

    Lieber groß planen und begeistert den Weg beschreiten.

    Hast Du große Ziele, die Dich begeistern? Oder gelingt es Dir eher, kleine Ziele schnell zu erledigen? Schicke mir Deine Anregungen gern per E-Mail.

    Und schaue Dir Doch bei Gelegenheit mal den TED Talk von Simon Sinek an.

  • Warum ich?

    In diesem Artikel gehe ich darauf ein, wie wir durch die Wahrnehmung unserer Umwelt unsere Realität beeinflussen (können) und weshalb die Frage „Warum ich?“ uns dabei nicht hilft.

    Ich ertappe mich selbst immer mal wieder dabei, wie ich mich über Dinge in meinem Alltag beschwere, die ich allerdings nicht beeinflussen kann.

    Ein einfaches Beispiel ist hier der Stau auf dem Weg zur Arbeit, der verpasste Anschlusszug oder ein ausgefallener Flug. Die Frage, warum das gerade mir passiert und meistens auch noch dann, wenn ich es ohnehin eilig habe und vielleicht schon etwas spät dran bin, liegt auf der Hand.

    Warum ich?

    Typischerweise hat jeder von uns schon diese Situationen erlebt und sich darüber geärgert. Ich erfahre also Zuspruch, wenn ich anderen Menschen davon berichte und Bestätigung, z.B. darüber, wie ungerecht die Welt doch ist.

    Diese Bestätigung kann sich gut anfühlen und ein verbindendes Element der Gemeinschaft mit meinem Gegenüber schaffen.

    Wie geht es weiter?

    Ich habe diese recht ärgerliche Erfahrung am Ende doch noch mit etwas Positivem verknüpfen können. Unterbewusst beginne ich jetzt, Situationen, die mich ärgern, stärker wahrzunehmen, denn ich kann sie dazu nutzen, Zuspruch von anderen Menschen in meinem Umfeld zu erhalten.

    Und das wird dazu führen, dass ich noch mehr vergleichbare Situationen wahrnehme oder vielleicht sogar meine Bewertung anpasse. Also mich über Ereignisse zu ärgern, die ich neutral oder sogar erfreulich wahrgenommen habe.

    Gute Idee?

    Aus meiner Sicht eher nicht. Vor allem nicht auf dem Weg zu einem glücklichen und selbstbestimmten Leben. Und ich würde auch niemand in meiner Nähe haben wollen, der immer nur das Haar in der Suppe findet.

    Was wäre die bessere Idee?

    Wichtig sind nicht die Ereignisse, sondern wie wir darauf reagieren. Tatsächlich kann ich einem Stau mittlerweile positives abgewinnen.

    Das beginnt damit, dass ich immer genügend Puffer einplane und damit selbst unvorhergesehene Ereignisse meine Pünktlichkeit kaum beeinflussen. Außerdem höre ich im Auto Hörbücher oder Podcasts und meine Liste ist noch sehr lang. Mehr Zeit im Auto bedeutet also auch, dass ich mir mehr neues Wissen aneignen kann und darüber freue ich mich.

    Fake it until you make it

    Letztendlich hat es auf den Stau auch keinen Einfluss, ob ich mich ärgere oder fröhlich bin. Ich kann mich also auch direkt entscheiden, fröhlich zu sein und diesen Gemütszustand vom Stau nicht beeinflussen zu lassen. Nicht fröhlich zu sein, weil ich im Stau stehe, jedoch fröhlich zu sein, obwohl ich im Stau stehe.

    Veränderung?

    Ähnlich wie die Kaskade mit negativen Ereignissen, führt die positive Einstellung bei mir dazu, dass ich immer mehr Dinge um mich herum wahrnehme, an denen ich mich erfreuen kann. Beispielsweise wenn mich im Supermarkt jemand vorlässt, wenn ich morgens in einen herrlichen Sonnenaufgang fahre oder wenn meine Tochter mich anlächelt.

    Fazit

    In welchen Situationen hast Du Dich bisher geärgert und gefragt, warum das ausgerechnet Dir widerfahren ist? Siehst Du Möglichkeiten, diese Situationen positiv zu nutzen? Und falls nicht, probiere doch einfach mal trotzdem fröhlich zu bleiben, vielleicht mit guter Musik.

    Wenn Du Anregungen und Kommentare oder Fragen zu diesem Thema hast, dann schicke mir doch gern eine Email.

  • Konkret: Finanziell Unabhängig

    In diesem Artikel zeige ich, mit welchen Überlegungen und Berechnungen ich meinen Weg zur finanziellen Unabhängigkeit begonnen habe.

    Konkret

    Die Kategorie „konkret“ soll Anregungen geben, dass Du Dich mit genauen Zahlen und Berechnungen beschäftigst, um so auch konkrete Vorstellungen von Deinen Zielen zu erhalten und was es braucht, diese zu erreichen.

    Ich selbst habe in der Vergangenheit immer mal wieder festgestellt, dass ich bei sehr wichtigen Lebensdingen nicht genau wusste, wo ich konkret stehe:

    1. Meine aktuellen Einnahmen und Ausgaben – Was kommt rein und woher? Was geht raus und wofür? Was ist notwendig und was kann ich bei Bedarf streichen.
    2. Meine finanzielle Unabhängigkeit – Wieviel Geld brauche ich investiert und bei welcher Verzinsung, damit meine Fixkosten jeden Monat gedeckt sind und ich mir auch mal eine längere Auszeit gönnen könnte.

    Einnahmen und Ausgaben

    Hier Klarheit zu erhalten ist einfach und manchmal nicht leicht. Denn ein gut geregeltes System will kontinuierlich überwacht werden. Die notwendigen Daten lassen sich entweder aus der Software für Onlinebanking, Rechnungen und Verträgen oder den Kontoauszügen des letzten Jahres erhalten. Oder alternativ jeden Monat alles in eine Liste eintragen. Das ist aktuell meine bevorzugte Lösung.

    Ich habe 2012 angefangen, meine monatlichen Ausgaben zu erfassen und tue dies immer noch. Zwischenzeitlich habe ich noch den Strom- und Wasserverbrauch, Kraftstoffverbrauch und eine Übersicht der Ausgaben für Lebensmittel und Haushaltsbedarf hinzugefügt.

    Einmal im Jahr, typischerweise zum Jahresende, werte ich dann die Daten aus. Ich gebe mir Budget für unterschiedliche Themen, z.B. Freizeit, Auto, Urlaub, Bücher oder Weiterentwicklung. Im nächsten Jahr prüfe ich dann, ob ich im Mittel mein Budget ausgeschöpft habe oder im nächsten Jahr erhöhen muss oder reduzieren kann. Oder ich wechsle zu einem anderen Stromanbieter oder einer anderen Versicherung.

    Diese Transparenz hilft mir bei der Planung und auch diese Planung einzuhalten. Außerdem verspüre ich immer ein Erfolgserlebnis, wenn mein Kapital von Jahr zu Jahr zunimmt, die Einnahmen aus Zinserträgen oder Dividenden steigen oder ich Einsparungen realisieren kann.

    Finanzielle Unabhängigkeit

    Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet für mich, dass alle meine monatlichen Ausgaben (siehe vorheriges Kapitel) durch mein Einkommen gedeckt sind. Genauer gesagt, durch Einkommen, für das ich (fast) nichts mehr tun muss.

    Das erste Mal habe ich mich damit für meine Altersvorsorge beschäftigt: wieviel Geld sollte ich jetzt beiseitelegen und investieren, damit ich irgendwann einmal davon leben kann.

    Ich hatte im Magazin der deutsche Rentenversicherung eine Beratung gesehen und mir überlegt, dass ich das eigentlich auch selbst tun könnte. Damit kann ich auch gleich ausrechnen, wie groß meine Rentenlücke vermutlich sein wird.

    Der erste Schritt – Die Berechnung

    1. Was ist der monatliche Betrag, den ich durch Zinsen, private Altersvorsorge oder Dividenden abdecken will? Ich habe hier als Daumenwert mal mit 2.500Eur netto pro Monat für einen Zweipersonenhaushalt gerechnet. Eine detaillierte Übersicht der Einnahmen und Ausgaben hilft diesen Wert gut abzuschätzen. Dabei können ggf. Posten wie Altersvorsorge und verschiedene Steuern- und Sozialleistungen entfallen, die Du heute noch hast.
    2. Wertverlust durch Inflation. Unser Geld verliert kontinuierlich an Wert (Inflation). Schau Dir dazu gern „Die Geschichte vom Goldschmied Fabian – Gib mir die Welt plus 5% (YouTube)“ an. Deshalb solltest Du berücksichtigen, dass Du auf den Kaufkrafterhalt setzt und nicht auf einen festen Geldbetrag. Die Berechnung dazu ist: 2500Eur * (1+Inflation)^(Jahre). Für eine Inflation von 2% und einen Renteneintritt in 30 Jahren benötige ich also 4530Eur, um dieselbe Kaufkraft zu besitzen. Hier kannst Du mit Deiner persönlichen Inflation auch noch genauer werden, also mit konkreten Produkten und wie oft Du diese benötigst.
    3. Gesicherte Einkommensströme und Puffer: Als ersten Posten könnte hier die gesetzliche Rente, Betriebsrenten oder private Altersvorsorgen gelten. Jedoch reduzieren längere Auszeiten oder früherer Renteneintritt die Höhe dieser Bezüge. Hier sollte ausreichend Puffer vorhanden sein oder die Beiträge im ersten Schritt berücksichtigt werden. Hinzu kommen Mieteinnahmen, falls Du Immobilien besitzt, Zinsen und Dividenden. Auch hier sollte die Planung nicht zu optimistisch ausfallen, wie die aktuelle Niedrigzinsphase zeigt.
    4. Kapitalertragssteuer: Nur bis zu einem Beitrag von 801 Eur (1602 Eur für Verheiratete) sind Zins- und Kapitaleinkünfte (aktuell) steuerfrei. Darüber hinaus fallen 25% Kapitalertragssteuer und zusätzlich 5,5% Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an. Dieser Betrag sollte in der Kalkulation berücksichtigt werden. Vielleicht ändert sich hier auch in Zukunft die Gesetzeslage. Auch gibt es Formen der Investition, die mit wenig oder keinen Steuern belegt sind.
    5. Inflationsvorhalt pro Jahr: Da das Geld jedes Jahr an Wert verliert, sollte die Planung bei Bedarf einen Posten für Reinvestition vorhalten.

    Die nächsten Schritte

    Wenn Du die Berechnung jetzt durchgeführt hast, dann kennst Du Deinen Kapitalbedarf, um finanzielle Unabhängigkeit in der Zukunft zu erlangen.

    Als nächstes geht es darum, sich mit Investments zu beschäftigen, die die Bildung des Kapitals unterstützen und langfristig ein monatliches passives Einkommen ermöglichen. Doch dafür ist noch etwas Zeit und ich werde in einem der nächsten Artikel darauf eingehen.

    Und jetzt frisch ans Werk mit der eigenen Kalkulation. Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, dann schicke mir gern eine Email.