• Kleine Schritte sind kein Verrat am Ziel

    In diesem Artikel erfährst Du, wie ich neue Routinen, neue Systeme und neue Verhaltensweisen in meinem Leben aufbaue und motiviert dran bleibe.

    Most people overestimate what they can do in a year and underestimate what they can do in two or three decades.

    — Tony Robbins

    Die Auswahl

    Vieles von dem was wir tun, passiert unterbewusst und damit unbewusst. Das ist erst einmal sehr nützlich, ansonsten würden wir vielleicht umfallen, weil wir vergessen zu atmen oder Verstopfung erleiden, weil wir dem Darm nicht das Kommando zum Verdauen geben.

    Weniger hilfreich ist dieser Umstand, wenn wir uns im Alltag von Glaubenssätzen und Verhaltensweisen lenken lassen, ohne uns derer bewusst zu sein. Vor allem, wenn uns diese nicht bei unseren Zielen unterstützen.

    Mein erster Schritt (und dies ist ein kontinuierlicher Prozess) war also, mich selbst zu beobachten und zu analysieren, welche Verhaltensweisen und Glaubenssätze mich im Alltag unbewusst steuern. Neben der Selbstreflexion hilft hier auch Feedback vom Partner, Kollegen und Freunden bzw. ein Coach.

    Veränderungen brauchen Zeit

    Ein Beispiel: Vor einiger Zeit habe ich erlebt, dass meine Besprechungen viel erfolgreicher sind, wenn ich den Raum mit einem Lächeln betrete, selbstbewusst auftrete und den Menschen in die Augen sehe. Ich habe mir dann überlegt, wie ich immer dran denken kann. Denn damals war die Zeit zwischen den Meetings praktisch nicht vorhanden und ich war unter Zeitdruck.

    Ein Anker musste her, der mir hilft, mich an dieses Verhalten zu erinnern. Ich wählte das Durchqueren eines Türbogens.

    Die erste Übung war also den Türbogen zu sehen und mich dann aufzurichten (gerader Rücken), lächeln, Blick nach vorne richten und die Menschen anschauen (wenn gerade welche anwesend waren).

    Am Anfang funktioniert es eher nicht

    Die erste Zeit habe ich mich abends erinnert, wie oft ich dies am Tag angewendet hatte. Und die Zahl war meist null. Nur, ich kenne ja die Räumlichkeiten und somit die Türen. Ich nahm mir also konkret für den nächsten Tag ein Meeting vor, bei dem ich mich aufrichte, lächle und den einzelnen Menschen im Raum kurz in die Augen sehe. Und es hat funktioniert. Und die Besprechung lief super. So fiel es mir leicht, die Motivation zum weitermachen zu haben.

    Danach ist mir immer häufiger aufgefallen, dass ich den Türbogen wahrnahm, nachdem ich durchgegangen war. Die hatte also die erste Kompetenzstufe erklommen, ich war von unbewusster Inkompetenz zu bewusster Inkompetenz vorangeschritten.

    Es dauerte dann wiederum einige Zeit bis ich die Türbögen sah bevor ich durch sie hindurch lief. In diesem Moment vollführte ich bewusst das Aufrichten, das Lächeln und das Heben meines Kopfes. Ich bewegte mich auf der zweiten Stufe, der bewussten Kompetenz.

    Bleib am Ball

    Heute fallen mir die Türbögen gar nicht mehr auf. Ich führe das Verhalten unterbewusst aus und kann mich dabei wieder auf andere Dinge konzentrieren.

    Ähnlich verhält es sich beispielsweise beim Kampfsport. Typischerweise unterscheiden sich die einzelnen Gurte, Grade oder sonstigen Stufen nicht an Repertoire. Doch wo der Neuling seine Aufmerksamkeit auf die richtige Ausführung lenken muss und dabei schon einmal den Gegner aus dem Auge lässt, hilft dem Fortgeschrittenen die häufige Wiederholung, dies unterbewusst auszuführen und ein vorher eingeübtes Programm auszuführen, dass deutlich weniger Aufmerksamkeit bindet. Den Gegner kontinuierlich beobachten fällt hier bereits deutlich leichter.

    Du selbst bist das Maß

    Vor etwa 3 Jahren habe ich mit Pilates begonnen. Meine Trainerin hat mich direkt darauf eingestimmt, dass ich etwa 10 Trainingseinheiten brauchen werde bis ich einigermaßen die Übungen kenne und nicht ständig „abschauen“ muss. Sobald mir das gelingt, kann ich in den nächsten 10 Einheiten die richtige Ausführung lernen und schließlich in den nächsten 10 Einheiten auch die Atmung mit einfließen lassen.

    Ich habe mich die ersten Male sehr frustriert gefühlt. Mit ging schon nach wenigen Übungen bzw. Wiederholungen die Kraft aus, während die übrigen Kursteilnehmer scheinbar problemlos mithalten konnten.

    Zum Glück habe ich irgendwann realisiert, dass ich mich nicht mit den anderen vergleichen sollte, die schon einige Jahre dabei sind, sondern meine eigenen Fortschritte anerkennen und darauf Motivation schöpfen.

    Ich habe mich dann immer auf die nächste Stunde konzentriert, bin im Anschluss die Übungen noch einmal durchgegangen und habe mir gemerkt, wo ich noch besser werden kann.

    Und so nach und nach hatte ich auch während der Übung das Gefühl, dass ich prüfen konnte, ob ich die richtige Haltung einnahm, ob die Atmung passt, ob der Bewegungsablauf stimmt. Außerdem schaffe ich deutlich mehr Wiederholungen und höhere Schwierigkeitsgrade.

    Immer eine Sache auf einmal

    Ich neige dazu, gerne mehrere Dinge gleichzeitig zu tun; zum Beispiel mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Das heißt aber auch, dass ich deutlich länger benötige, um ein Buch abzuschließen, da ich weniger Zeit zur Verfügung habe.

    Bei meiner persönlichen Weiterentwicklung versuche ich dies zu vermeiden. Bei Veränderungen wird es immer mal Durststrecken geben, in denen einfach aufhören reizvoller erscheint als sich „durchzubeißen“. Diese Idee stammt aus dem Buch „The One Thing“ – nämlich, dass die Aufmerksamkeit immer darauf liegen sollte, womit alles andere leichter oder überflüssiger wird.

    Und je eher dies erreicht ist, desto mehr Ressourcen stehen für die nächsten Veränderungen zur Verfügung.

    Wie motivierst Du Dich, um Dich persönlich weiterzuentwickeln? Wie gehst Du vor, um Schwerpunkte Deiner persönlichen Weiterentwicklung zu setzen? Und wie überprüfst Du, ob Du auf dem richtigen Weg bist?

    Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, dann schicke mir gern eine Email.

  • Freude im Angestelltenverhältnis?

    Du hast als angestellter Systemingenieur Freude im Angestelltenverhältnis oder willst wieder mehr Begeisterung für Deine Tätigkeit und Dich persönlich weiterentwickeln? Mit diesem Artikel gebe ich Dir einen Ausblick in die zukünftige Ausrichtung des Blogs.

    Das Hamsterrad

    Das Hamsterrad ist im Internet in Synonym für Jobs, die uns keine Freude bereiten, denen wir jedoch nachgehen (müssen), um unsere Ausgaben zu decken – und von innen sieht das Hamsterrad aus wie eine (Karriere-) Leiter.

    Im gleichen Atemzug wird auch gern die Zufriedenheitsumfrage vom Gallup Institut herangezogen, wonach (nur) zwischen 12 und 16% der Arbeitnehmer wirklich glücklich sind und sich mit ihrem Unternehmen identifizieren können, während alle anderen entweder nur Dienst nach Vorschrift machen oder schon innerlich gekündigt haben.

    Ich hoffe mit diesem Blog dazu beitragen zu können, dass sich die Zahl der zufriedenen angestellten Systemingenieure steigt.

    Ich will nicht ins Management

    Als ich mich das erste Mal mit persönlicher Weiterentwicklung beschäftigte, fand ich fast ausschließlich Angebote, die sich an Führungskräfte oder Unternehmer richteten.

    Die Angebote des Blogs werden sich an die Systemingenieure richten, die (vorerst) keine Ambitionen an Personalführung haben. Der Systemingenieur betreibt ja bereits eine sehr interdisziplinäre Tätigkeit, die auch viel Gestaltungsspielraum und Entwicklungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten.

    Ich will mich nicht selbstständig machen

    Im Internet hat sich mittlerweile eine ganze Branche entwickelt, die Dich unterstützt, Dich selbstständig zu machen. Beispielsweise durch den Vertrieb eigener Produkte und Marken oder dem Aufbau von Dienstleistungen wie Coachings oder Seminaren.

    Das ist nicht Ziel dieses Blogs. Ich werde hier auf die Tätigkeit eines angestellten Systemingenieurs eingehen und sowohl fachliche Inhalte, Trends und Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung vorstellen, wie die Themen, die Dich Dein Leben begeisterter leben lassen.

    Die Vorteile vom Angestelltenverhältnis

    Egal ob Deine Tätigkeit bei einem kleinen Unternehmen oder einem großen Konzern ausgeübt wird. Ein Beschäftigungsverhältnis auf nicht-selbstständiger Basis bringt viele Vorteile gegenüber der Selbstständigkeit.

    Ich werde im Blog gerade bei den fachlichen Themen immer wieder auf die beiden Ausrichtungen eingehen und diese auch mit Kollegen beider Professionen diskutieren.

    Fazit

    Ich habe die Zielgruppe des Blogs für mich noch weiter herausgearbeitet und auf angestellte Systemingenieure mit einer Berufserfahrung zwischen -1 (letztes Studienjahr) und 5 Jahren festgelegt.

    Die Inhalte des Blogs werden sich künftig an dieser Zielgruppe orientieren. Dabei werde ich sowohl berufliche Aspekte sowie die persönliche Weiterentwicklung und Lebensgestaltung thematisieren.

    Wenn Du Fragen oder Themenvorschläge hast, die Dich interessieren, dann schicke mir gern eine Email.

  • Persönliche Verbesserung

    Warum aktualisieren wir regelmäßig unsere Technik – Smartphones, Tablets, Computer, Autos und lassen dabei unsere eigene persönliche Verbesserung außen vor?

    Die Menschheit von heute wird mit Methoden von gestern sicherlich nicht die Probleme von morgen lösen können.

    — Willy Meurer

    Was meine ich damit?

    Ich ziehe hier einmal die Analogie zum Smartphone. Jedes Jahr erscheinen neue Smartphones mit neue Hardware: schnellere Prozessoren, bessere Displays, mehr Speicher. Noch häufiger werden die Betriebssysteme aktualisiert: neue Funktionen kommen dazu, bestehende werden verbessert oder überarbeitet.

    Alles was wir im Leben tun, folgt einem ähnlichen Schema. Ich habe in der Schule Lesen und Schreiben gelernt. Irgendwann habe ich festgestellt, dass andere Menschen viel mehr Bücher in derselben Zeit lesen können als ich. Sie verfügten entweder über bessere Hardware oder bessere Software als ich, oder beides.

    Also habe ich mir beigebracht, schneller lesen zu können. Und diese Fähigkeit wirkt sich doppelt aus, denn einerseits spare ich Zeit und diese Zeit kann ich wiederum nutzen, um noch mehr Bücher für meine persönliche Verbesserung zu lesen.

    Ein weiteres Beispiel war bis vor drei Jahren mein Umgang mit Emails: Nach drei Wochen Urlaub arbeite ich ungefähr 200 ungelesene Nachrichten in weniger als einem Tag ab. Treffen dieselben 200 Emails allerdings nach und nach in meinem Posteingang ein, dann brauchte ich dafür deutlich länger. Meine Software bzw. meine Arbeitsroutinen waren darauf ausgelegt, dass jede Email wichtig ist, nach Möglichkeit sofort bearbeitet werden muss und meistens sogar rechtfertigt, dass ich angefangene Arbeit dafür unterbreche. Heute arbeite ich hier deutlich effektiver mit Inbox Zero, d.h. am Ende des Arbeitstages ist mein Posteingang frei von ungelesenen Emails bzw. generell frei von Emails.

    Wie kann persönliche Verbesserung aussehen?

    Gehen wir zuerst an die Software, also Deine Arbeitsweisen und Deine Routinen. Hier lässt sich so ziemlich alles anführen, was damit zu tun hat, wie Du Deinen Alltag strukturierst, wie Du Dir Ziele gibst und an deren Umsetzung arbeitest, wie Du Dich weiterbildest bzw. weiterentwickelst oder wie Du Dich auf Deine Aufgaben fokussierst.

    Der erste Schritt war für mich Reflexion. Ich habe angefangen zu dokumentieren, welche Aufgaben ich jeden Tag erledigt habe und welche Zeit ich dafür aufgewendet habe. Und dann habe ich immer eine Aufgabe bzw. eine Arbeitsweise optimiert. Die gewonnene Zeit konnte ich dann wieder investieren, wie beim Schnelllesen.

    Ich werde zu einzelnen dieser Themen gezielte Artikel schreiben bzw. Gastautoren einladen, die Experten für diese Themen sind, damit Du schnell und zielgerichtete Ansätze für Deine persönliche Verbesserung erhältst.

    Was glaubst Du darüber, was Du im Leben erreichen kannst?

    Wenn Du bessere Software hast, dann wird das Arbeiten höchstwahrscheinlich einfacher. Leider läuft neue Software nicht immer auf alter Hardware und wenn doch, dann vielleicht deutlich langsamer.

    Die Hardware ist für mich alles, was sich im Unterbewusstsein abspielt. Aus dem NLP Seminar habe ich mir folgendes Beispiel gemerkt. Angenommen, Dein Ziel ist, reich zu werden. Du hast Dir Etappenziele gesteckt, tauschst Dich mit anderen Menschen dazu aus und befindest Dich gefühlt auf einem guten Weg. Leider stellen sich die Erfolge nicht ein. Woran könnte das liegen? Vielleicht wurde Dir in Deiner Kindheit erzählt, dass Geld den Charakter verdirbt. Das ist auch eine gute Ausrede, wenn ich selbst den Aufwand und die Schritte scheue, reich zu werden. Leider kann Dich dieser Glaubenssatz unterbewusst davon abhalten, Dein Ziel zu erreichen. Du willst ja schließlich nicht, dass Dein Charakter verdorben wird.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es anfänglich ist, sich überhaupt diese Glaubenssätze bewusst zu machen. Mich haben viele Jahre praktisch meine Glaubenssätzen gesteuert, bevor ich vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer wurde.

    Ich hoffe, dass ich Dich mit diesem Artikel zum Nachdenken angeregt habe und ich werde in den nächsten Artikeln ausführlicher auf die Methoden eingehen, die ich für mich angewendet habe, um meine persönliche Verbesserung voranzutreiben.

    Und wenn Du Fragen an mich hast, dann schreibe mir gern eine E-Mail.

  • Was ist Mentoring?

    In diesem Artikel werde ich erklären, was Mentoring für mich bedeutet, wie ich es nutze und welche Vorteile ich daraus ziehe.

    Die Qualität unseres Lebens wird bestimmt durch die Qualität unserer Fragen.

    — Dr. John Demartini

    Für mich ist ein Mentor jemand, der mich auf dem Weg zu meinen Zielen und Träumen unterstützt. Er hat bereits etwas erreicht, das ich mir selbst vorgenommen habe oder kann mir Antworten auf meine Fragen liefern. Und er kann mir helfen, dieses Wissen für mich anzuwenden.

    Wie finde ich Mentoren?

    Meine ersten Mentoren waren die Menschen in meinem Leben und meinem Umfeld, wie Eltern, Großeltern, Freunde, Kollegen.

    Irgendwann habe ich begonnen Fragen zu stellen, die mir meine Mentoren nicht mehr beantworten konnten. Dies begann mit beruflichen Themen wie Systems Engineering und finanzieller Vorsorge durch Aktien und Fonds oder wie ich große Ziele erreiche.

    Ich fand neue Mentoren wie Napoleon Hill, John Strelecky, Stephen R. Covey, Tim Ferris, Simon Sinek und Warren Buffett indem ich ihre Bücher las.

    Wie Du siehst ist für mich der direkte Kontakt mit einem Mentor keine notwendige Voraussetzung. Ich denke, es ist nicht einmal notwendig, dass ich durch einen Mentor etwas Neues lerne. Wichtig ist, dass ich dieses Wissen anwende (engl.: transform common knowledge into common practice).

    Einige der Bücher, die ich als Einstieg in das Thema Selbstführung und Lebensgestaltung sehr wertvoll finde, habe ich in meiner Bücherliste verlinkt.

    Wissen anwenden

    In der Vergangenheit habe ich es mir oft schwer gemacht, mein vorhandenes Wissen in konkrete Handlungen umzusetzen.

    Ich verdeutliche das an einem Beispiel: Ich stellte mir die Frage, welcher nächste Schritt mich einem bestimmten Ziel näher bringt. Ich wollte in Aktien investieren. Also waren die ersten Schritte, dass ich ein Depot eröffne und mir eine Aktie oder ein Fond aussuche und kaufe.

    Wenn ich mir diese Aufgaben selbst gebe und es auch niemanden mitteile, dann fällt es mir leicht, die Erledigung aufzuschieben. Vielleicht habe ich in der ersten Woche viel um die Ohren und brauche die Zeit am Abend zur Entspannung. Oder im Ort ist gerade Volksfest und ich will meine Freunde treffen. Vielleicht habe ich auch Angst, einen Fehler zu machen. Was ist, wenn ich nicht das optimale Depot auswähle oder der Kurs meiner Aktie fällt, sobald ich sie gekauft habe?

    Meine Unsicherheit führt also dazu, dass ich weitere Bücher oder Blogs lese und Podcasts höre. Leider unterscheiden sich die Informationen dann wieder in Nuancen, der eine Blog empfiehlt mir Bank A, der andere Blog Bank B. Und dasselbe gilt für Aktien oder ETFs. Was soll ich also tun? Ganz klar, ich brauche noch mehr Wissen. Leider führt dieses Verhalten dazu, dass ich mein vorhandenes Wissen nicht anwende. Ich brauche also eine andere Lösung.

    Menschen „kaufen“ von Menschen

    Wie hilft mir jetzt ein Mentor an dieser Stelle weiter?

    Eingangs schrieb ich bereits, dass ein Mentor in meiner Vorstellung bereits etwas erreicht oder umgesetzt hat, dass ich auch erreichen will. Ich benötige außerdem noch das Vertrauen in diesen Menschen, dass er in meinem besten Interesse handelt und nicht nur in seinem.

    Ich will also ein Depot eröffnen und weiß nicht so richtig welches. Ein Mentor, der schon länger in Aktien, ETFs oder Finanzprodukte investiert, wird mir also konkrete Fragen stellen können, die mir helfen, die richtige Entscheidung für mich zu treffen: Also, will ich lieber per Sparplan kaufen oder selbstbestimmt zu freigewählten Zeitpunkten. Denn typischerweise unterscheiden sich hier die Kosten. Auch die Frage, ob ich eher in deutsche, europäische oder amerikanische Aktien investieren will. Und er könnte mich ermutigen, einfach mehrere Depots zu führen, solange keine Depotkosten entstehen.

    Vielleicht lässt es sich am besten mit einem unbeleuchteten Weg vergleichen. Ich bin diesen Weg noch nie gelaufen und taste mich langsam vorwärts. Jedes Schlagloch und jeden Stein prüfe ich eingehend, ob nicht vielleicht ein tiefer Abgrund oder unebenes Gelände dahinter liegt.

    Ein Mentor ist diesen Weg bereits mehrfach gegangen. Er kennt die schnellste Verbindung und er nimmt mich an die Hand und führt mich zum Ziel. Und er sorgt zusätzlich dafür, dass ich das nächste Mal wiederum jemanden führen könnte, dem es genauso geht, wie mir jetzt in diesem Moment.

    Ich verwende gern den Spruch eines befreundeten Architekten, wonach er erst sein drittes Haus für sich selbst entwirft und das zweite für einen Freund. Bei einem Mentor würde ich also schauen, wie sein eigenes Haus aussieht und wenn es mir zusagt, dann bitte ich ihn um Hilfe bei meinem eigenen.

    Verbindlichkeit

    Die direkte Mentoring Beziehung zwischen Mentor und Mentee hat für mich noch einen weiteren Vorteil, der bei Büchern und Podcast sehr von meiner eigenen Disziplin abhängt, nämlich Verbindlichkeit.

    In dem vorangegangenen Beispiel habe ich bereits Situationen beschrieben, durch die ich mich im Laufe des Tages gern vom Erledigen meiner eigenen Ziele abhalten lasse.

    Habe ich einen Mentor, dann sieht das etwas anders aus, denn ich habe ihm zugesichert, dass ich bis zum nächsten Gespräch diese Aufgaben erledige. Und er nimmt sich die Zeit extra für mich. Ich will also diesem Vertrauen entsprechen.

    Ich möchte nicht in zwei Wochen sagen müssen, dass ich die Aufgaben nicht erledigt habe. Und dies führt dazu, dass ich mir irgendwann dafür die Zeit nehme. Je nachdem wie gut ich organisiert bin, entweder gleich zu Beginn oder kurz vor Schluss.

    In der Vergangenheit habe ich häufiger mehr Wissen gesammelt als mein vorhandenes Wissen in Handlung umzusetzen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass meine Situation doch etwas anders ist und ich noch mehr Wissen benötige um selbst die Lösung zu finden, die für meine Lage passt.

    Heute bin ich davon überzeugt, dass ich einfach Angst davor hatte, Fehler zu machen. Oder wollte mein Ego einfach nicht, dass die Lösung so einfach ist, weil ich schon so lange mit dem Problem beschäftigt war? Vielleicht war ich auch zu ungeduldig und habe aufgehört, kurz bevor die Ergebnisse sichtbar wurden. Egal was es war, letztendlich war die Lösung tatsächlich einfacher, je häufiger ich dieser Erkenntnis nachgab, desto leichter wurde es auch für mich.

    Fazit

    Ein Mentor bietet Abkürzungen durch Wissen und Erfahrungen aus der praktischen Anwendung, die Du nutzen kannst. Ich selbst kenne das fantastische Gefühl, selbst etwas herausgefunden zu haben. Nur, meine Zeit auf diesem Planeten ist einigermaßen beschränkt und ich finde es mittlerweile nicht mehr effektiv, etwas zu bearbeiten, was andere Menschen schon vor mir gelöst haben. Vielmehr kann ich die gewonnene Zeit nutzen, um die Ideen weiterzuentwickeln oder sie wiederum Menschen zu vermitteln, die bisher nicht wussten, dass es bereits Antworten auf ihre Fragen gibt.

    Welche Menschen in Deinem Leben können Dir die Fragen beantworten, die Dich Deinen Zielen näher bringen?

    Und wenn Du Fragen an mich hast, dann schreibe mir gern eine E-Mail.

  • Start with the end in mind

    Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.

    — Sören Aabye Kierkegaard

    Stell Dir vor, Du stehst morgens auf, ein herrlicher Morgen, die Sonne ist gerade aufgegangen und vor Deinem Fenster siehst Du die Welt noch in rötliches Licht getaucht. Du stehst vor dem Badspiegel und lächelst, Du bist glücklich und zufrieden. Aus Deinem Kleiderschrank nimmst Du Deine besten Sachen. Nun machst Du Dich auf den Weg, in Deinem Terminkalender steht heute eine Beerdigung.

    Dieser Mensch hatte ein erfülltes und glückliches Leben. Er hat immer seine Ziele erreicht und diese Welt ohne Reue verlassen.

    Menschen, die er kannte und die sein Leben bereichert haben und deren Leben er bereichert hat, erinnern sich an ihn und sein Leben – seine Familie, seine Freunde, Arbeitskollegen, Kunden, Nachbarn und Bekannte. Alle teilen gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen miteinander.

    Wenn Du dieser Mensch wärst, was sollten andere Menschen von Dir in Erinnerung behalten?

    Start with the end in mind …

    Ich absolvierte diese Übung nachdem ich Stephen R. Coveys Buch „7 Habits of highly effective people“ gelesen hatte.

    Der erste Gedanke, der mir dabei bewusst wurde: Ich will ein langes und glückliches Leben und körperliche und geistige Gesundheit bis ins hohe Alter.

    Nur was macht mich glücklich? Und wie können andere feststellen, dass ich glücklich bin, damit ihnen das von mir in Erinnerung bleibt? Vielleicht an meinem Auto, der Einrichtung meiner Wohnung, der Wahl meines Urlaubsortes?

    Ich habe die Menschen in meinem Umfeld gefragt und die häufigste Antwort war folgende: sie halten mich für glücklich, wenn ich lächle und sie eine positive Ausstrahlung an mir wahrnehmen. Und sie beobachten das fast immer an mir, wenn ich von Dingen erzähle, die mir Spaß machen.

    Ok, also mache ich ab jetzt nur das, was mir Spaß macht? Nur wer zahlt dann die Miete und den Urlaub? Früher hatte ich mal folgenden Glaubenssatz: „Arbeite hart, dann wirst Du erfolgreich und wenn Du erfolgreich bist, dann wirst Du glücklich.“

    Doch was heißt erfolgreich? Und wie erfolgreich muss ich sein, damit ich glücklich bin? Bin ich glücklich, wenn ich ein gebrauchtes Auto fahre und mein Nachbar einen Neuwagen in der Garage hat? Vielleicht wenn mein Auto abbezahlt und der Neuwagen mit monatlichen Ausgaben verbunden ist.

    Ist Erfolg ein kontinuierlicher Prozess?

    Mal angenommen, ich fange zehn Dinge an und davon gelingen mir neun. Ich kann jetzt anerkennen, dass ich bereits neun Erfolge realisiert habe oder mich darüber ärgern, dass die zehnte Sache immer noch nicht funktioniert. Die Entscheidung liegt bei mir.

    Du kannst selbst überprüfen, worauf Du überwiegend Deinen Fokus legst.

    Immer leichter fällt mir mittlerweile bereits einen Erfolg anzuerkennen, während ich weiterhin an der Verwirklichung der anderen neun Themen tätig bin. So lege ich heute den Fokus darauf, was ich auf meinem Blog, bei meiner persönlichen Entwicklung, meinem Leben und meiner Beziehung schon erreicht habe. Daraus schöpfe ich die Energie, weiterhin an der Erschaffung meiner Träume und Wünsche zu arbeiten.

    Anerkennung

    Bis vor einigen Wochen hättest Du hier noch den Begriff Dankbarkeit gelesen. Ich lese in vielen Büchern und Blogs, dass erfolgreiche Menschen regelmäßig Dankbarkeit empfinden und darin Kraft für neue Ziele finden. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen und gerade deshalb gefällt mir der Begriff Anerkennung mittlerweile besser. (Die Idee geht auf ein Interview mit Jesse Elder beim Mentee Podcast zurück.)

    Das Erschaffen von Dingen ist in meinem Modell der Welt ein kontinuierlicher Prozess. Zuerst entstehen Dinge in meiner Vorstellung und danach werden sie Realität. Je mehr ich davon überzeugt bin, dass diese Dinge den Weg in mein Leben finden, desto schneller wird dies passieren.

    Hier liegt für mich auch der Unterschied zu Dankbarkeit. Vorher war ich dankbar, dass irgendwie die Dinge in meinem Leben vorhanden waren. Ich habe mich selbst nicht daran beteiligt gesehen, dass diese Dinge in meinem Leben vorhanden sind. Nur wenn ich zu 100% für mein Leben verantwortlich bin, dann gibt es auch Ursache und Wirkung und dann bin ich der Magnet, der diese Dinge in mein Leben zieht. Und diese Vorstellung gefällt mir deutlich besser, da sie mir mehr Möglichkeiten bei der Gestaltung meines Lebens bietet.

    Und macht mich das glücklich? Ja, auch wenn mir die Veränderung erst nach ein bis zwei Monate bewusst und ich auch von anderen Menschen darauf angesprochen wurde. Doch was sind ein bis zwei Monate gemessen an meinem restlichen Leben?

    Gibt es dennoch Dinge, die mir mal die Stimmung vermiesen? Immer weniger. Damit dies auch weiterhin so bleibt, mache ich mir jeden Morgen 3 Dinge bewusst, die schon in meinem Leben sind und die ich dort auch halten will. Ich bin damit ein Magnet für das, was ich mir sonst noch wünsche.

    Zum Abschluss noch eine Anekdote: Ich habe gelesen, dass beim Domino jeder nachfolgende Stein etwas größer sein kann als der vorherige und er trotzdem umfällt. Indem Du also heute damit anfängst anzuerkennen, was Du bereits an schönen Dingen in Dein Leben gezogen hast, werden sich diese vermehren und vergrößern. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg.

    Viele Grüße Andre.

    Schreibe mir gern eine Email mit Deinen Kommentaren.