Kleine Schritte sind kein Verrat am Ziel

In diesem Artikel erfährst Du, wie ich neue Routinen, neue Systeme und neue Verhaltensweisen in meinem Leben aufbaue und motiviert dran bleibe.

Most people overestimate what they can do in a year and underestimate what they can do in two or three decades.

— Tony Robbins

Die Auswahl

Vieles von dem was wir tun, passiert unterbewusst und damit unbewusst. Das ist erst einmal sehr nützlich, ansonsten würden wir vielleicht umfallen, weil wir vergessen zu atmen oder Verstopfung erleiden, weil wir dem Darm nicht das Kommando zum Verdauen geben.

Weniger hilfreich ist dieser Umstand, wenn wir uns im Alltag von Glaubenssätzen und Verhaltensweisen lenken lassen, ohne uns derer bewusst zu sein. Vor allem, wenn uns diese nicht bei unseren Zielen unterstützen.

Mein erster Schritt (und dies ist ein kontinuierlicher Prozess) war also, mich selbst zu beobachten und zu analysieren, welche Verhaltensweisen und Glaubenssätze mich im Alltag unbewusst steuern. Neben der Selbstreflexion hilft hier auch Feedback vom Partner, Kollegen und Freunden bzw. ein Coach.

Veränderungen brauchen Zeit

Ein Beispiel: Vor einiger Zeit habe ich erlebt, dass meine Besprechungen viel erfolgreicher sind, wenn ich den Raum mit einem Lächeln betrete, selbstbewusst auftrete und den Menschen in die Augen sehe. Ich habe mir dann überlegt, wie ich immer dran denken kann. Denn damals war die Zeit zwischen den Meetings praktisch nicht vorhanden und ich war unter Zeitdruck.

Ein Anker musste her, der mir hilft, mich an dieses Verhalten zu erinnern. Ich wählte das Durchqueren eines Türbogens.

Die erste Übung war also den Türbogen zu sehen und mich dann aufzurichten (gerader Rücken), lächeln, Blick nach vorne richten und die Menschen anschauen (wenn gerade welche anwesend waren).

Am Anfang funktioniert es eher nicht

Die erste Zeit habe ich mich abends erinnert, wie oft ich dies am Tag angewendet hatte. Und die Zahl war meist null. Nur, ich kenne ja die Räumlichkeiten und somit die Türen. Ich nahm mir also konkret für den nächsten Tag ein Meeting vor, bei dem ich mich aufrichte, lächle und den einzelnen Menschen im Raum kurz in die Augen sehe. Und es hat funktioniert. Und die Besprechung lief super. So fiel es mir leicht, die Motivation zum weitermachen zu haben.

Danach ist mir immer häufiger aufgefallen, dass ich den Türbogen wahrnahm, nachdem ich durchgegangen war. Die hatte also die erste Kompetenzstufe erklommen, ich war von unbewusster Inkompetenz zu bewusster Inkompetenz vorangeschritten.

Es dauerte dann wiederum einige Zeit bis ich die Türbögen sah bevor ich durch sie hindurch lief. In diesem Moment vollführte ich bewusst das Aufrichten, das Lächeln und das Heben meines Kopfes. Ich bewegte mich auf der zweiten Stufe, der bewussten Kompetenz.

Bleib am Ball

Heute fallen mir die Türbögen gar nicht mehr auf. Ich führe das Verhalten unterbewusst aus und kann mich dabei wieder auf andere Dinge konzentrieren.

Ähnlich verhält es sich beispielsweise beim Kampfsport. Typischerweise unterscheiden sich die einzelnen Gurte, Grade oder sonstigen Stufen nicht an Repertoire. Doch wo der Neuling seine Aufmerksamkeit auf die richtige Ausführung lenken muss und dabei schon einmal den Gegner aus dem Auge lässt, hilft dem Fortgeschrittenen die häufige Wiederholung, dies unterbewusst auszuführen und ein vorher eingeübtes Programm auszuführen, dass deutlich weniger Aufmerksamkeit bindet. Den Gegner kontinuierlich beobachten fällt hier bereits deutlich leichter.

Du selbst bist das Maß

Vor etwa 3 Jahren habe ich mit Pilates begonnen. Meine Trainerin hat mich direkt darauf eingestimmt, dass ich etwa 10 Trainingseinheiten brauchen werde bis ich einigermaßen die Übungen kenne und nicht ständig „abschauen“ muss. Sobald mir das gelingt, kann ich in den nächsten 10 Einheiten die richtige Ausführung lernen und schließlich in den nächsten 10 Einheiten auch die Atmung mit einfließen lassen.

Ich habe mich die ersten Male sehr frustriert gefühlt. Mit ging schon nach wenigen Übungen bzw. Wiederholungen die Kraft aus, während die übrigen Kursteilnehmer scheinbar problemlos mithalten konnten.

Zum Glück habe ich irgendwann realisiert, dass ich mich nicht mit den anderen vergleichen sollte, die schon einige Jahre dabei sind, sondern meine eigenen Fortschritte anerkennen und darauf Motivation schöpfen.

Ich habe mich dann immer auf die nächste Stunde konzentriert, bin im Anschluss die Übungen noch einmal durchgegangen und habe mir gemerkt, wo ich noch besser werden kann.

Und so nach und nach hatte ich auch während der Übung das Gefühl, dass ich prüfen konnte, ob ich die richtige Haltung einnahm, ob die Atmung passt, ob der Bewegungsablauf stimmt. Außerdem schaffe ich deutlich mehr Wiederholungen und höhere Schwierigkeitsgrade.

Immer eine Sache auf einmal

Ich neige dazu, gerne mehrere Dinge gleichzeitig zu tun; zum Beispiel mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Das heißt aber auch, dass ich deutlich länger benötige, um ein Buch abzuschließen, da ich weniger Zeit zur Verfügung habe.

Bei meiner persönlichen Weiterentwicklung versuche ich dies zu vermeiden. Bei Veränderungen wird es immer mal Durststrecken geben, in denen einfach aufhören reizvoller erscheint als sich „durchzubeißen“. Diese Idee stammt aus dem Buch „The One Thing“ – nämlich, dass die Aufmerksamkeit immer darauf liegen sollte, womit alles andere leichter oder überflüssiger wird.

Und je eher dies erreicht ist, desto mehr Ressourcen stehen für die nächsten Veränderungen zur Verfügung.

Wie motivierst Du Dich, um Dich persönlich weiterzuentwickeln? Wie gehst Du vor, um Schwerpunkte Deiner persönlichen Weiterentwicklung zu setzen? Und wie überprüfst Du, ob Du auf dem richtigen Weg bist?

Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, dann schicke mir gern eine Email.