Headhunter / Interview mit MRL

Hattest Du schon einmal einen unerwarteten Anruf von einem Headhunter? Warst Du Dir nicht sicher, wie Du damit umgehen sollst? So ging es mir am Anfang auch. Mittlerweile habe ich meinen Job gewechselt und nutze selbst Recruiter für die Personalsuche. In diesem Artikel berichte ich Dir von meinen Erfahrungen und verlinke Dir das Interview, dass ich nach meinem Jobwechsel gegeben habe. 

Sei vorbereitet 

Bereits vor dem ersten Anruf eines Headhunters habe ich meinen Lebenslauf regelmäßig aktualisiert. Ich war damals nicht auf Jobsuche, wollte jedoch überprüfen, ob ich meine Ziele umsetze, mich weiterentwickelt habe und mir meine Arbeit nach wie vor Freude bereitet. 

Zu Beginn fiel es mir nicht leicht, eine passende Form zu finden und ich brauchte etwas Zeit, um den Inhalt so zu schreiben, dass er mir zusagte. Ich habe dann mit Freunden und Bekannten daran gearbeitet, mir auch Rückmeldungen aus der Personalabteilung und von meinem Chef eingeholt. Außerdem lasse ich mich auch gerne von anderen Lebensläufen inspirieren, z.B. auf Pinterest. 

Ausschlaggebend ist natürlich, was die nächste Position oder Rolle sein soll. In einer Führungsrolle lege ich viel mehr Wert auf konkrete Ergebnisse, die mit einem Team erzielt wurden, welcher eigene Beitrag geleistet wurde und den Weitblick für strategische Themen und deren Umsetzung. Bei Experten geht es mir vor allem um konkrete Fachkenntnisse und Erfahrungen und die Fähigkeit, Wissen auf neue Sachverhalte übertragen und strukturiert im Team arbeiten zu können. 

Ich bin gar nicht auf der Suche 

Vielleicht müsste die Überschrift besser lauten „Ich will gar nicht wechseln.“ Mir ist irgendwann aufgefallen, dass ich mich immer wieder von vermeintlichen Missständen habe ärgern lassen. Schlechte Informationsweitergabe, unverständliche Entscheidungen, zu wenig Gestaltungsspielraum, starre Prozesse, kaum Veränderungswille. Auf der anderen Seite hatte mein Job auch viele Vorteile und Annehmlichkeiten.  

Den Job zu wechseln bedeutet erst einmal eine Veränderung. Ich werde Teil eines neuen Teams, arbeite mit neuen Kollegen zusammen, habe einen neuen Chef, arbeite nach neuen Prozesse und es gibt Neues zu lernen und viele Fragen. Im Gegensatz dazu kenne ich mein Unternehmen, habe mir dort eine Position erarbeitet und werde für meine Erfahrung respektiert und von anderen Kollegen immer wieder um Rat gefragt. Hier gilt es dann abzuwägen. 

Ich habe dabei den Fokus auf die Herausforderungen gelegt und die Möglichkeiten, mich dadurch weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erlernen. Irgendwann habe ich dann regelmäßig Vorstellungsgespräche wahrgenommen. Zum einen um das Recruiting von anderen Firmen mit meinem eigenen zu vergleichen, zum anderen um einen Eindruck zu erhalten, welchen Forderungen entsprochen wird und welchen eher nicht. 

Was ist mir wichtig 

Ich hatte eine Liste erstellt, was ich ändern will und welche Rahmenbedingungen unbedingt erhalten bleiben sollen. Die einfachste Messgröße ist natürlich immer das Gehalt, der Bonus und vielleicht der Firmenwagen. Geld ist jedoch ein Hygiene Faktor: verdiene ich zu wenig Geld, dann bin ich unzufrieden und suche mir typischerweise zügig einen neuen Job; die Zufriedenheit nimmt jedoch ab einem gewissen Einkommen kaum noch zu. Hier werden dann eher persönliche Entfaltungsmöglichkeiten, Gestaltungsspielraum oder eine flexible Arbeitszeitgestaltung wichtig. 

Anregungen, um Deine persönliche „Bottom Line“, also Dein benötigtes Einkommen, herauszufinden, gibt es in diesen Artikeln (Link). 

Bist Du auf ein hohes Einkommen angewiesen, willst Du flexibel Deine Arbeitszeit gestalten, willst Du Verantwortung für Mitarbeiter übernehmen, willst Du im Ausland arbeiten und viel reisen oder gar nicht reisen? Je besser Du Dir darüber Gedanken machst, desto weniger Überraschungen wirst Du später erleben. 

Vorteile für den Bewerber 

Was bringt es Dir, wenn Du mit einem Headhunter sprichst und er Dich in seinen Pool aufnimmt? In den meisten Fällen stehen dahinter große Firmen, die professionell arbeiten und mit der Personalsuche beauftragt werden. Auch wenn Du wenig Erfahrung mit Bewerbungen hast, helfen sie Dir, die oben genannten Dinge herauszuarbeiten, können Dir einen Überblick zu realistischen Gehältern geben, zu Jobaussichten und gefragten Kompetenzen. Meistens gibt es bereits offene Positionen, auf die Dein Profil passt. Das kann auch Positionen beinhalten, die Du nicht in Jobportalen finden würdest. 

In vielen Fällen gibt es eine bestehende Zusammenarbeit zwischen der Firma, die Positionen zu besetzen hat und den Recruitern. Sie können Dir eine zweite Meinung zum Unternehmen, zur Kultur oder zum Management geben. Vor allem wenn es um längere Zusammenarbeit und viele offenen Stellen geht, hat der Recruiter ein Interesse daran, dass Du und die Firma möglichst gut zusammenpassen. 

In den vergangenen Jahren habe ich mit vielen Headhuntern gesprochen, die mich vermitteln wollten. Nach dem ersten Gespräch gab es danach jedoch in den meisten Fällen keine weiteren Kontakte. Auch hier kann es sich lohnen, nicht alle Äpfel in einen Korb zu legen. 

Die Vorteile für das Unternehmen 

In vielen Fällen werden Stellen erst ausgeschrieben, wenn es einen Bedarf für neue Mitarbeiter gibt. Dann darf alles sehr schnell gehen. Es wäre jedoch schon ein Zufall, wenn Du zur richtigen Zeit auf die Website oder in ein Jobportal schaust und genau die Stelle findest, die zu Dir passt.  

Mir als Entwicklungsleiter hilft es sehr, wenn ich für eine Position schnell mehrere passende Profile von Kandidaten erhalte. Das geht jedoch nur, wenn ein Großteil der Interviewarbeit schon vorher erledigt wurde. 

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch Positionen, die nicht unmittelbar öffentlich ausgeschrieben werden sollen oder auch strategische Planungen, bei denen ich mir für die Besetzung etwas mehr Zeit lassen kann. 

Fazit 

Headhunter können Dir bei der Suche nach einem neuem Job zusätzliche Auswahl bieten und Deine Erfolgsaussichten deutlich erhöhen. Viele Unternehmen sind spezialisiert auf Fachgebiete oder Branchen und wenn die ersten Anfragen nichts für Dich sind, wird es vermutlich in Zukunft keine weiteren Angebote geben. 

Unabhängig davon, ob Du auf der Suche nach einer neuen Position bist oder mit Deiner aktuellen Anstellung sehr zufrieden, empfehle ich Dir regelmäßig Deine Ziele und Deine Weiterentwicklung zu überprüfen. Damit kannst Du feststellen, ob sich grundsätzlich an Deinen Rahmenbedingungen etwas ändert und Du hast bei Bedarf einen aktuellen Lebenslauf zur Hand. 

Hattest Du schon Kontakt mit Headhuntern und hat sich daraus eine vielversprechende Perspektive für Dich ergeben? Schreib mir gerne Anregungen und Kommentare zu diesem Artikel

Mein Interview mit MRL Consulting findest Du hier: Link