Handeln statt gute Vorsätze

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und mit ihm kommen im neuen Jahr erfahrungsgemäß viele gute Vorsätze: ich will mehr Sport treiben, mich gesünder ernähren, endlich mal den Keller aufräumen, die Garage entrümpeln oder endlich mal fürs Alter vorsorgen. Wie schaffe ich es nun ins Handeln zu kommen und nicht bereits nach 2 Wochen diese Ziele wieder zu beerdigen?

Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast.

— Tony Robbins

Dir steht bereits alles zur Verfügung

Nimm Dir eine Aufgabe, die Du schon länger erledigen willst. Ich nutze beispielsweise die erste Woche im Januar, um bei mir aufzuräumen. Du wirst vermutlich wissen, dass das Gehirn sich Prozesse nur sehr schwer konkret vorstellen kann. Der Vorgang „Aufräumen“ wird sich wie ein großer Berg vor Dir aufbauen und vermutlich Dinge beinhalten, die Dir beim Aufräumen nie in den Sinn gekommen wären. Vielleicht gleich noch die Fliesen im Bad richten, ein neues Regal bauen, das Auto putzen usw. Und Schwupp erscheint die Aufgabe so riesig, dass es vielleicht doch besser wäre, erst nächstes Wochenende damit zu beginnen? Woher soll die Zeit dafür kommen?

Nein. Versuche doch einfach mal, kleinere Etappen zu planen und Dir konkrete Ergebnisse vorzustellen. Also erst einmal alle nicht passende T-Shirts sind aussortiert, am besten nach „will ich wieder reinpassen“ oder „geht in die Kleiderspende“. Hier findest Du vielleicht auch gleich die Motivation im Anschluss noch joggen zu gehen, wenn Du ansonsten richtig cooles Zeug aussortieren müsstest.

Bei der Steuererklärung läuft es bei mir ähnlich. Ich sammle über das Jahr alle Rechnungen in einem Pappkarton. In der ersten Januarwoche schaue ich dann die Rechnungen durch und sortiere nach Steuer, Garantie oder Müll. Für die Garantiebelege nehme ich eine Klarsichthülle, schreibe das Jahr drauf und hefte sie ab. Gleichzeitig entsorge ich typischerweise die Garantiebelege, die älter als 3 Jahre sind, nur in Einzelfällen hebe ich sie auch länger auf.

Die Steuerbelege sortiere ich nach Weiterbildung/Werbungskosten, Einkommen aus Zinsen/Dividenden, Gesundheitsausgaben, Aufwendungen für Handwerker, Versicherungen usw. Dann brauche ich das nur noch ins Steuerprogramm eingeben und fertig. Hin und wieder arbeitete ich mich mal in neue Themen ein, die dann vielleicht mal ein Wochenende in Anspruch nehmen.

Vermeide Ablenkung

Wir leben in einer Welt mit Überfluss an Informationen. Du brauchst nur mal nach „what happens online in 60 seconds“ suchen, wenn Du min. 3 Minuten freie Zeit hast. Ich fand es früher schwer, einfach mal anzufangen anstatt weiter darüber zu lesen. Und selbst heute ertappe ich mich immer mal wieder, dass ich eher schon den nächsten Artikel lese oder zum nächsten Buch greife, anstatt das gerade erlangte Wissen anzuwenden.

Dir wird es vielleicht ähnlich gehen. Du hast meinen Blog gefunden, weil Du Dich weiterentwickeln, Deine Ziele erreichen und Dein Leben selbst gestalten willst. Am Ende wird über Deinen Erfolg entscheiden, ob Du die ersten Schritte unternimmst oder Dir den nächsten Blog oder das nächste Buch vornimmst. Ich hoffe auf ersteres. Es lohnt sich.

Das habe ich gelernt, als ich selbst mit Investieren begonnen habe. Ich eignete mir Basiswissen an, eröffnete ein Depot und kaufte einfach mal für 200 Euro Indexfonds. Natürlich war mir bewusst, dass ich in 2 Jahren auf diese Entscheidung zurückblicke und vieles besser wissen würde. Vielleicht unterlaufen mir auch richtige Fehler. Nur die Alternative hätte beinhaltet, dass ich mir weiterhin Wissen aneigne, bis ich mal einen Punkt erreiche, an dem ich dann hätte starten können. Nur so einen Punkt gibt es nicht. Je mehr wir lernen, desto mehr finden wir, was wir noch nicht wissen.

Im letzten Artikel bin ich darauf eingegangen, dass Du Deine wichtigste Ressource bist und Du daran arbeiten darfst, Dich weiterzuentwickeln. Und am meisten wirst Du lernen, wenn Du einfach mal anfängst.

Wären meine Fonds heute nichts mehr wert, dann wäre dies mein Lehrgeld, denn noch einmal würde mir dies dann vermutlich nicht passen. In 2 oder 3 Jahren werde ich auch auf meine ersten Blogartikel zurückblicken und wissen, was ich hätte noch besser machen können. Nur, ohne den Blog zu starten, würde ich dieses Wissen niemals in dieser Form besitzen – nur theoretisch, nicht praktisch anwendbar.

Ein motivierendes Ergebnis

Ich habe die Erfahrung erlebt, dass viele kleine Erledigungen ein sehr positives Gefühl verursachen. Das erste große Aufräumen und Entsorgen in meinen Sachen hat bei mir so viel Energie freigesetzt, dass ich heute, 3 Jahre später, praktisch immer noch davon zehre und immer voller Euphorie ans Aufräumen gehe. Ich erwarte danach Platz für Neues zu haben. Alle Dinge, die ich mir angeeignet habe, brachten mich zu diesem Punkt im Leben. Ich brauche sie jedoch in den meisten Fällen nicht mehr, um weiterzukommen. (Leseempfehlung dazu: Marshall Goldsmith: What got you here wont get you there).

Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr 2018

Mit diesem Artikel verabschiede ich mich in den Weihnachtsurlaub und wünsche Dir frohe Weihnachten, erholsame und besinnliche Feiertage mit Familie und Freunden und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Der nächste Blog Post wird in 4 Wochen erscheinen und ich freue mich, wenn Du spätestens dann wieder vorbeischaust. Oder melde Dich einfach für meinen Newsletter an, den ich im neuen Jahr regelmäßig verschicke und der noch mehr wertvolle Tipps für Deine Lebensgestaltung enthalten wird.

Nutze die Zeit, um Dir große Ziele für Dein Leben vorzunehmen und sie dann umzusetzen.

Schicke mir gern Deine Kommentare und Anregungen per Email.